Gears of War 3 Vorschau
Hätte dich vor ein paar Jahren jemand gefragt, ob du gerne mit einem Sturmgewehr spielen würdest, an dem eine Kettensäge angebracht ist, hättest du ihn vielleicht für verrückt gehalten; aber insgeheim hättest du dir so etwas gewünscht. Im 2.und Jahrzehnt des 21. Jahrhundertsst Im 21. Jahrhundert sind solche Dinge natürlich leicht zu finden – man muss sich nur eine Ausgabe von „Gears of War 1“ und/oder „2“ besorgen. Aber was, wenn diese Titel nicht mehr ausreichen, um den Hunger zu stillen? Schließlich gibt es sie schon eine ganze Weile. Glücklicherweise steht der dritte Teil dieser Reihe kurz vor der Veröffentlichung und bringt einige neue Features mit sich, die die Fans vor Aufregung wahrscheinlich ins Schwärmen bringen werden.
Die Handlung spielt 18 Monate, nachdem die Gears die Lambent-Massen besiegt haben – wie sich herausstellt, relativ erfolglos –, und der Spieler befindet sich zusammen mit seinen muskelbepackten Kameraden an Bord eines umgebauten Flugzeugträgers namens „Ravens Nest“. Seit einigen Monaten halten sie sich auf der Insel Vectes zusammen mit Überlebenden des E-Day und den dort gestrandeten Menschen auf. Zu den bisher bekannten wiederkehrenden Protagonisten gehören Marcus Fenix, Dominic Santiago und Anya Stroud, doch die Situation wird kompliziert, als sich herausstellt, dass Adam Fenix, der Vater von Marcus, noch am Leben ist.
Dies bildet den Ausgangspunkt für die Handlung des Spiels, in der die Spieler an der gewohnten Action teilnehmen werden, die man von einem „Gears of War“-Titel erwartet, wobei der Schwerpunkt jedoch stärker auf der Abwehr der neuen Bedrohung durch die Lambent liegen wird, die nun sowohl die Zukunft der Menschen als auch die der Locusts gefährden. Lead-Designer Cliff Bleszinski hat erklärt, dass dieses Spiel den Spielern mehr als die anderen Einblicke in die Geschichte der Welt gewähren wird; da die Geschichte von der Science-Fiction-Autorin Karen Traviss verfasst wird, ist mit einer fundierten Hintergrundgeschichte zu rechnen.
Technologie
„Gears 3“ wird die nach wie vor beliebte Unreal Engine 3 nutzen, dieselbe, die bereits im Original zum Einsatz kam; allerdings wird es zahlreiche Optimierungen geben, die für eine beeindruckende Grafik sorgen dürften – insbesondere für eine Konsole, die mittlerweile schon über ein halbes Jahrzehnt alt ist. Leider gibt es noch nicht viele konkrete Details dazu, welche neuen optischen Highlights wir erwarten können, aber aus der Beta, den Vorschau-Trailern und den Screenshots geht ganz klar hervor, dass die Beleuchtung ebenso wie die Animationen und die Texturauflösung verbessert wurden. Meiner persönlichen Erfahrung nach ähnelt die Optik – wie zu erwarten – stark der der Vorgängerspiele, weist jedoch eine zusätzliche Feinheit auf, die in der Tat ziemlich beeindruckend ist.
Derzeit ist das Spiel offiziell nur für die Xbox 360 geplant, obwohl Epic Games das Original in der Vergangenheit – wenn auch mit mäßigem Erfolg – portiert hat und ihre jüngste PC-Version von „Bulletstorm“ sehr gut angekommen ist. Es herrscht allgemein Einigkeit darüber, dass es irgendwann auch auf dem PC erscheinen wird, doch derzeit handelt es sich dabei lediglich um Gerüchte und Wunschdenken; Epic hat sich bislang noch nicht konkret dazu geäußert, was das Unternehmen plant.
Sollte dies jedoch der Fall sein, ist davon auszugehen, dass die Systemanforderungen zwar angemessen, aber nicht umwerfend sind. Epic hat es trotz der Entwicklung einiger sehr ansprechender Spiel-Engines stets recht gut geschafft, seine Spiele auch auf älterer Hardware spielbar zu halten.
Wie Chris Perna, Art Director bei Epic, anmerkte, spielt das Spiel im Sommer auf Sera (dem Namen des fiktiven Planeten, auf dem das Spiel angesiedelt ist). Das bedeutet nicht nur, dass die Umgebung etwas grüner ist, sondern auch, dass die Gears selbst leichtere Rüstungen mit weniger Panzerung tragen werden, um einer möglichen Überhitzung entgegenzuwirken. Dadurch dürfte die Muskelmasse der Charaktere besser sichtbar sein, was ihnen einen etwas futuristischeren Rambo-Look verleiht.
Spielverlauf
Die eigentliche Steuerung der Charaktere im „Gears“-Universum ähnelt stark der in den beiden Vorgängerspielen, sodass Veteranen der früheren Titel sehr leicht wieder einsteigen und so schnell wie möglich wieder mitten ins Geschehen eintauchen können. Allerdings könnte sich die Art und Weise, wie sie ihren muskelbepackten Helden einsetzen, etwas ändern, da diesmal die Locust die geringste Sorge der Menschen sind. Die Lambent haben sich mittlerweile weitaus stärker etabliert, und obwohl die Locust-Streitkräfte den Protagonisten weiterhin ein Dorn im Auge sein werden, sind es diese infizierten Wesen, die das eigentliche Problem darstellen. Dies führt zu spannenderen Spielabläufen, da die Lambent-Streitkräfte nicht auf die gleiche Weise angreifen wie die typischen Locust-Gegner.
Zwar gibt es Ähnlichkeiten zu den früheren Locust-Formen, doch weisen die Lambent zahlreiche Verbindungen zur Pflanzenwelt auf, die selbst erfahrenen Spielern neue Herausforderungen bieten dürften. Wretches und Drones werden voraussichtlich zurückkehren, zusammen mit weiteren Mutationen, die in den vorherigen Spielen noch nicht zu sehen waren. Dazu gehören unter anderem das schnelle Nachwachsen zusätzlicher Gliedmaßen und neue Angriffsmöglichkeiten, die von den Infizierten ausgehen. Stalks gehören wohl zu den ungewöhnlichsten Gegnern, da sie eher pflanzlichen Ranken ähneln als irgendetwas anderem. Wer „House of the Dead 3“ gespielt hat, weiß bereits, wie man diese Kerle ausschaltet.
Doch nicht nur die Lambent und die Locusts verfügen über neue Kampfmethoden; auch die Gears haben mit dem mechanisierten Anzug „Silver-Back“ einige raffinierte neue Ausrüstungsgegenstände im Gepäck. Diese mannsgroßen Laufroboter können nicht nur von anderen Gears-Mitgliedern als mobile Deckung genutzt werden, sondern sind auch mit einer ganzen Panzerbestückung an schweren Waffen ausgestattet, die den Spielern eine Chance im Kampf gegen die neuen feindlichen Horden geben dürfte. Falls ihr sie noch nicht gesehen habt: Stellt euch eine Mischung aus einem Mech aus „Lost Planet“ und Ripleys Frachtlader aus „Aliens“ vor.
Das ist nicht die einzige neue Waffe, mit der die Menschen ihre Feinde bekämpfen können. Da ist auch noch der Retro-Lancer, der im Grunde genommen der traditionelle Lancer ist, aber mit einem Bajonettaufsatz versehen ist; eher zum Aufspießen als zum Schneiden, nehme ich an. Der "Digger Launcher" schießt kleine, sich eingrabende Kreaturen in den Untergrund, die dort explodieren – der Einsatz dieser Waffe dürfte recht interessant werden. Schließlich gibt es noch einige traditionellere Waffen wie die abgesägte Schrotflinte und Brandgranaten, obwohl der „One Shot“ – eine Waffe, die alles mit einer bestimmten Anzahl von Schüssen tötet (es ist nicht schwer zu erraten, wie viele) – für etwas Abwechslung sorgen dürfte.
Weibliche Spieler – oder diejenigen, die lieber ordentlich zuschlagen, während sie einem Mädchen auf den Hintern schauen – werden sich freuen zu hören, dass dem Spiel vier neue spielbare weibliche Charaktere hinzugefügt werden. Es handelt sich dabei um: Samantha Byrne, Anya Stroud, Königin Myrrah und Bernadette Mataki, eine Figur aus den Romanen von Karen Traviss.
Allerdings werden diese Damen alle Hände voll zu tun haben, denn es gibt einige neue Locust-Gegner zu bekämpfen, darunter auch deren „Lambent“-Varianten. Dazu gehören der „Savage Grenadier“, der „Digger Boomer“, die „Locust Siege Beast“ und der „Kantus Knight“, wobei auch die „Berzerkers“ auf vielfachen Wunsch ihr Comeback feiern.
Multiplayer
Ein Aspekt des Spiels, zu dem wir nun einige weitere Details erhalten haben, ist der Mehrspielermodus. Der allseits beliebte Horde-Modus kehrt zurück, in dem Teams aus bis zu vier Spielern gegen eine ständig wachsende Zahl von Locust-Truppen antreten. Die Hauptattraktion des Multiplayer-Modus in Gears 3 ist jedoch der neue Beast-Modus. Hier wird der Horde-Modus auf den Kopf gestellt: Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Locust-Soldaten, die KI-gesteuerte COG-Soldaten angreifen. Ähnlich wie im Multiplayer von „Mount & Blade“ erhalten die Spieler für Kills Token, mit denen sie ihre Ausrüstung verbessern und auf mächtigere Formen umsteigen können. Zu den spielbaren Klassen sollen gehören: Tickers, Wretches, Kantuses, Kantus-Ritter, Digger Boomers, Butchers und sogar die großen Berserker.
Es wurden weitere neue Spielmodi angekündigt, wobei es sich dabei jedoch hauptsächlich um überarbeitete Versionen bereits vorhandener Modi handelt. Beim Team-Deathmatch wird es einige Änderungen geben: Die Spieler erhalten nun 30 Leben pro Team, und wenn diese aufgebraucht sind, wechselt das Spiel zu Regeln, die denen von „Warzone“ und „Execution“ ähneln. „Capture the Leader“ wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen und gilt als Mischung aus den Regeln von „Guardian“ und „Submission“. Hier haben die Spieler die Aufgabe, den Anführer des gegnerischen Teams zu fangen – der zufällig ausgewählt wird. Sie müssen ihn dann 30 Sekunden lang festhalten, während das andere Team versucht, seinen Kapitän zu befreien. Der gefangene Spieler kann sich jedoch wehren und dem Spieler, der versucht, ihn festzuhalten, leichten, aber störenden Schaden zufügen.
Zusätzlich zu diesen neuen Spielmodi wird es wahrscheinlich ein neues, leistungsbasiertes Freischaltungssystem geben, ähnlich wie bei der „Call of Duty“-Reihe, das neue Charaktere, Exekutionen, Waffen-Skins und Mutatoren ermöglicht, wodurch äußerst abwechslungsreiche benutzerdefinierte Spiele möglich werden.
Abschließende Überlegungen
Ganz gleich, ob Sie sich für den von Kritikern hochgelobten Einzelspieler-Modus oder den allseits beliebten Mehrspieler-Modus interessieren: „Gears of War 3“ wird höchstwahrscheinlich zu einem der meistverkauften Titel des Jahres 2011 werden, wenn es im September für die Xbox 360 erscheint. Es ist der letzte Teil der aktuellen Trilogie, aber es würde uns überraschen, wenn er nicht den Anstoß für die Entwicklung weiterer Titel auf Basis von „Gears of War“ geben würde. Zumindest werden diejenigen, die sich für die Geschichte interessieren, endlich eine entscheidende Schlacht erleben, die – höchstwahrscheinlich jedenfalls – das Ende der Geschichte bedeuten wird.
