Die VR-Landschaft wird heißer

Die VR-Landschaft wird heißer

Es kommt mir vor, als wäre es erst sechs Monate her, dass das Oculus Rift und das HTC Vive auf den Markt kamen und der Virtual-Reality-Markt einen Höhepunkt an Hype, Begeisterung, Spekulationen und Vorfreude erreicht hatte; nun, da wir uns dem Ende des Jahres 2016 nähern, könnte man meinen, dass sich die Aufregung langsam gelegt hätte. Die Headsets gibt es nun schon eine Weile – sicherlich hat der Hype inzwischen nachgelassen?

Es zeigt sich, dass dieser Hype-Zug gerade erst in Fahrt kommt, denn selbst angesichts der ersten praktischen Erfahrungen gibt es noch viele Fragen, die gestellt und beantwortet werden müssen. In naher Zukunft wird neue Hardware auf den Markt kommen, der Virtual-Reality-Markt für Konsolen beginnt zu florieren, und eine Reihe potenzieller neuer Hersteller betritt die Bühne – alle in der Hoffnung, sich ein Stück vom VR-Kuchen zu sichern.

Aber schauen wir uns zunächst einmal die etablierte Hardware an. Wie haben sich das Oculus Rift und das HTC Vive in den letzten Monaten geschlagen?

Was den Inhalt angeht, haben sie heute weitaus mehr zu bieten als zum Zeitpunkt der Markteinführung. Insgesamt gibt es Hunderte und Aberhunderte von Spielen und Erlebnissen, und auch wenn uns vielleicht noch einige “Must-have”-Titel und AAA-Inhalte fehlen, fügt sich doch langsam alles zu einem Ganzen zusammen.

Für das HTC Vive gibt es mittlerweile zahlreiche Wave-Shooter, darunter einige mit bekannten Marken wie „Serious Sam VR“. Außerdem gibt es einige hervorragende Rätselspiele und ein paar einzigartige humorvolle Erlebnisse wie die erste, kostenlose Veröffentlichung von Justin Roiland, dem Schöpfer von „Rick and Morty“: „Accounting“. Darin durchquerst du eine Reihe bizarrer virtueller Umgebungen, begleitet von humorvollen Dialogen und Voice-Overs.

Oculus hat in den letzten Monaten zwar keine besonders umfangreiche Auswahl an Inhalten auf den Markt gebracht, aber dennoch eine Reihe einzigartiger Erlebnisse wie ’ADR1FT“, „Eagle Flight“, „Dead and Buried“ und „Superhot“ sowie Unterhaltungserlebnisse wie „Butts“ und „Through the Ages“ veröffentlicht. Doch erst in ein paar Wochen, wenn die Touch-Controller auf den Markt kommen, wird es erst richtig spannend.

Bevor wir auf die Hardware selbst ‘eingehen’, wird es bei diesem Debüt inhaltlich gesehen Erlebnisse wie die kostenlose Tech-Demo von Epic Games für die Unreal Engine in VR geben: „Robo Recall“. In diesem Spiel können Spieler Roboter auf komische und explosive Weise erschießen, werfen und zu Tode prügeln. Das sieht nach jeder Menge Spaß aus, ist aber nur eines von 30 Erlebnissen, die zusammen mit den Touch-Controllern auf den Markt kommen werden. Spiele wie „VR Sports Challenge“, „Rock Band VR“, „Giant Cop“ und „Fantastic Contraption“ werden alle von Anfang an mit Touch-Unterstützung verfügbar sein.

Die Touch-Controller selbst sind ziemlich spannend und verfolgen einen minimalistischeren Ansatz bei der VR-Bewegungssteuerung als die Vive-Controller von HTC. Sie unterstützen Gesten, sind sehr leicht und lassen sich einfach beiseite legen. Das Design ist interessant, und wir freuen uns schon darauf, sie auszuprobieren – allerdings müssen sie uns schon wirklich beeindrucken, damit wir unsere Vive in absehbarer Zeit beiseite legen.

Was den VR-Bereich im Allgemeinen betrifft, so ist PlayStation VR nun erhältlich und in puncto Bildqualität wohl mit den beiden Alternativen vergleichbar – auf jeden Fall genauso gut wie das Rift. Die Unterstützung der Bewegungssteuerung über die Move-Motion-Controller ist zwar etwas wackelig und der Erfassungsbereich ist etwas eingeschränkt, aber es kostet ja auch nur $400.

Als vergleichbare, aber deutlich günstigere VR-Option für Verbraucher stellt es einen hervorragenden Mittelweg zwischen den High-End-PC-Alternativen und den mobilen Lösungen dar. Angesichts der großen Anzahl an PS4-Konsolen weltweit ist davon auszugehen, dass sich das PSVR schon bald zum beliebtesten Virtual-Reality-Headset-System entwickeln wird.

Was Microsoft angeht, sieht es derzeit noch recht bescheiden aus. Das Unternehmen wird wahrscheinlich versuchen, das Rift – oder zukünftige Versionen davon – in die Xbox One Scorpio zu integrieren, doch da diese erst Anfang 2017 auf den Markt kommen soll, müssen wir diesbezüglich noch abwarten.

An anderer Stelle im PC-Bereich bieten modulare Headset-Alternativen wie das OSVR einen deutlich günstigeren Einstieg in die virtuelle Realität. Sie sind zwar nicht ganz so leistungsfähig, dafür aber wesentlich vielseitiger und könnten Hardware-Hackern möglicherweise die Möglichkeit bieten, viele verschiedene Arten von VR-Controllern auszuprobieren. Zwar gibt es derzeit noch nicht viel, womit man experimentieren kann, doch es ist abzusehen, dass viele Drittanbieter ihre eigenen Controller entwickeln wollen – und sollten Oculus und HTC/Valve ihre Systeme weiterhin geschlossen halten, wird das OSVR die Plattform sein, auf der man diese ausprobieren kann.

Wenn Sie etwas Hochwertigeres suchen, bieten wir beispielsweise StarVR an, das derzeit an IMAX-Kinos ausgeliefert wird – mit dem Ziel, mithilfe der Ultra-HD-Displays neue Kinoerlebnisse zu entwickeln. Zwar gibt es dort keine Bewegungssteuerungen, und es sieht nicht so aus, als könnten PCs diese Systeme ohne Investitionen in Höhe von mehreren tausend Dollar betreiben, aber es ist eine spannende Vorstellung davon, wohin sich VR in Zukunft entwickeln könnte.

Vorerst würden wir jedoch weiterhin das Vive empfehlen. Solange das Rift nicht bewiesen hat, dass es sein Tracking mit mehreren Kameras verbessern kann, bleiben wir bei der bewährten Room-Scale-Lösung, aber es gibt sicherlich viele großartige Alternativen.

Was begeistert euch im Bereich VR am meisten, jetzt, wo das Jahr 2016 zu Ende geht?

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