HTC Vive Pro – lohnt sich die Anschaffung?

HTC Vive Pro – lohnt sich die Anschaffung?

Nach dem lang anhaltenden Pseudo-Erfolg unseres Lieblings-VR-Spielsystems, dem HTC Vive, ist nun das Vive Pro erhältlich. In mancher Hinsicht handelt es sich zwar um ein Headset der zweiten Generation, in anderer Hinsicht ist es jedoch eher eine Weiterentwicklung. Angesichts des atemberaubenden Preises bleibt die Frage: Lohnt es sich?

Um Ihnen so oder so einen Eindruck zu vermitteln, haben wir alle Vor- und Nachteile sowie die alternativen Optionen unter die Lupe genommen und einige Testberichte und praktische Eindrücke zusammengetragen, um Ihnen eine Vorstellung davon zu vermitteln, ob Sie wirklich $1.100 ausgeben sollten, um das neueste und beste VR-Headset zu erwerben, das für Endverbraucher auf den Markt kommt.

Vive Pro – die Verbesserungen

Was bietet die Vive Pro also, was ihr Vorgängermodell, die Vive, nicht bietet? Der auffälligste Unterschied zwischen den beiden Generationen ist, dass die Vive Pro blau ist. Das allein macht zwar keinen großen Unterschied, aber wenn Ihnen das mattschwarze Gehäuse der ursprünglichen Vive nicht gefallen hat, ist das ein Punkt, den Sie berücksichtigen sollten.

Die größten Neuerungen sind jedoch eine Reihe von Verbesserungen hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit und der technischen Ausstattung. Das Befestigungssystem wurde sogar noch weiter entwickelt als das des „Deluxe Audio Headstrap“ des Vive. Zwar verfügt der Gurt weiterhin über denselben Drehknopf zur Anpassung – anstelle des verstellbaren Klettverschlusssystems des Vive –, doch bietet das Headset eine bessere Gewichtsverteilung und eine neue Gesichts Polsterung, um das gesamte Erlebnis komfortabler zu gestalten. Es verfügt außerdem über integrierte Kopfhörer für einen passablen Klang direkt nach dem Auspacken; diese sind jedoch abnehmbar für diejenigen, die darauf verzichten möchten.

Die Gesichtsmaske bietet nun mehr Platz, sodass Brillenträger oder Personen mit längeren Wimpern einen höheren Tragekomfort genießen können. Dank der verbesserten Polsterung lässt sich die Maske länger tragen, und es tritt weniger Lichteinfall im Nasenbereich auf. Außerdem passt sie sich nun einer größeren Vielfalt an Nasenformen an.

Die größte Verbesserung der Vive Pro ist jedoch ihre Bildschirmauflösung. Während die ursprüngliche Vive über zwei Displays verfügte, die zusammen eine Auflösung von 2.160 x 1.200 Pixeln boten, legt die Vive Pro die Messlatte auf 2.880 x 1.600 Pixel über zwei Displays höher. Dadurch stieg die Pixeldichte von 448 auf 615 Pixel pro Zoll – ein enormer Sprung in Sachen Gesamtschärfe. Das sorgt für schärfere Nahaufnahmen, besser erkennbare Bilder in der Ferne und deutlich klareren Text, ganz gleich, wo er sich befindet.

Das Vive Pro zeichnet sich zudem durch eine weitreichende Zukunftsfähigkeit aus. Es unterstützt die kommenden Lighthouse 2.0-Tracking-Sensoren, von denen insgesamt bis zu vier eingesetzt werden können und die eine Fläche von bis zu 100 m² abdecken. Das ist um mehrere Größenordnungen größer als bei den ursprünglichen Lighthouse-Trackern und dem Vive-Headset. Außerdem wird es neue Motion-Controller geben, die ebenfalls das Lighthouse 2.0-System unterstützen werden.

Es gab auch Gerüchte über ein neues WLAN-Modul für das Vive Pro, das jedoch – ebenso wie die neuen Tracker und Controller – erst im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen soll.

Die Nachteile

All diese Hardware hat ihren Preis. Sogar mehrere. Am offensichtlichsten sind die finanziellen Kosten. Allein das Vive Pro-Headset kostet $800 – genau so viel wie der Einführungspreis des ursprünglichen Vive einschließlich seiner Motion-Controller und Tracking-Sensoren. Das ist eine große Herausforderung für diejenigen, die bereits irgendwann einmal mehrere hundert Dollar für ein bestehendes Vive-Set ausgegeben haben – denn das ist notwendig, da das $800 Vive Pro ohne das erforderliche Zubehör geliefert wird.

Wenn Sie jedoch alles auf einmal kaufen möchten, müssten Sie bis zu $1.100 ausgeben, um die erforderlichen Sensoren und Controller zu erhalten. Dabei sind die Kosten für die Lighthouse-Sensoren und -Controller der zweiten Generation sowie für das Funkmodul, die später in diesem Jahr auf den Markt kommen, noch gar nicht berücksichtigt – diese dürften mehrere hundert Dollar zusätzlich kosten und sind in gewisser Weise notwendig, um das Vive Pro zu einem echten VR-Headset der zweiten Generation zu machen.

Ein weiterer Kostenfaktor, den es bei der Vive Pro zu berücksichtigen gilt, sind die Hardware-Anforderungen. Während das ursprüngliche Vive bereits mit einer relativ schwachen Grafikkarte wie der GTX 970 alle möglichen Anwendungen ausführen konnte, erfordert das Vive Pro mindestens eine GTX 1060 und vorzugsweise eine GTX 1070, die zu den heutigen Preisen bis zu doppelt so viel kosten können wie bei ihrer Markteinführung im Jahr 2016.

Obwohl die Spielebibliothek der Vive Pro umfangreich ist und gut unterstützt wird, gibt es bislang noch kein Spiel, das ein Erlebnis bietet, das weit über das hinausgeht, was mit der ursprünglichen Vive möglich war – trotz ihrer beeindruckenden Verbesserungen.

Schlussfolgerung

Lohnt sich die Vive Pro also? Derzeit fällt es schwer, ein so teures Upgrade zu empfehlen. Für Entwickler und Gamer mit viel Platz und einem gut gefüllten Geldbeutel ist sie ideal, aber für den durchschnittlichen VR-Nutzer ist es am besten, abzuwarten, bis das Komplettpaket später in diesem Jahr erhältlich ist, und zu sehen, ob der verstärkte Wettbewerb den Preis senkt.

Wer noch nicht auf den VR-Zug aufgesprungen ist, kann jetzt von einem neu im Angebot befindlichen, günstigen Original-Vive-Set profitieren – das gesamte Paket kostet nun $500. Alternativ könnt ihr euch im Sale ein Oculus Rift sichern – vielleicht ergattert ihr es sogar schon für $350.

Megagames-Logo
Das Hardcore-Gaming-Erlebnis
Die Anlaufstelle für Game-Trainer, Mods, Games & insights für echte Gamer.